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IRAN

Informationen

 

Iranreise 2007 (19.05. – 09.07.)

Aktuelle Tipps

Hinweis:
Verschiedene Themen sind subjektiv geschildert und geben damit unser Empfinden wieder. Andere mögen das anders sehen und empfinden.
Die Reise diente hauptsächlich der Besichtigung der archäologischen Stätten. Die Strecke führte zu fast allen wichtigen kulturellen Stätten des Landes (21.000 km) .
Reisemittel: Geländewagen
Reisende: Ehepaar um die 60

Papiere:
Referenznummer, Visa und Carnet de passages erforderlich. Die Reverenznummern und die Visa ließen wir der Einfachheit halber von einem Visa-Service organisieren.
Einreise am 19.05.2007 (Ausreise: 09.07.2007) in Bazargan. Vollkommen problemlos mit netter „Touristmanagerin“ die uns willkommen hieß und alles für uns bei den Stellen erledigte. Diese „Touristmanagerin“ ist eine wunderbare „Einrichtung“ und sie verdient hier nochmals unsere Anerkennung!

Visaverlängerung:
Nach einem Monat mussten wir die Visa verlängern lassen. Entgegen den Aussagen der Botschaft und dem Reiseführer wurde uns nur ein Monat verlängert (Anschlussverlängerung = ab Auslaufdatum erstes Visa).
Die Polizeistation in Shiraz, die das vornimmt, liegt nicht wie im Reiseführer beschrieben an der rechten Seite der Straße zum Flughafen sondern links (Koordinaten: N 29°36’20,53“ / O 52°33‘40“ ). Wir konnten darauf warten und mussten aber wieder zu einer bestimmten Bank (Melli). Beste Tage: Sa-Do (Do allerdings bis 9°°, da sich dann schon auf den Feiertag „vorbereitet“ wird. Es dauert normal einen Tag.

Auto
Ganz neu war die Regelung, dass, wer länger als 7 Tage im Land bleibt, iran. Nummernschilder braucht.
Wir haben die in Orumiyeh besorgt. Das hat 2 Tage gedauert und war sehr umständlich (Polizei und Banken). Besser wäre es in Täbris, denn dort besorgt das der freundliche deutschsprechende Mann (Nasser Khan) vom Touristbüro (wir waren auf der Rückfahrt dort). Gilt auch für Visa.
Die Nummernschilder müssen dort, wo man sie besorgt hat, auch wieder abgegeben werden. Das hatte man uns nicht gesagt. An der Grenze mussten wir die Schilder zur Post bringen und den Beleg vorzeigen. Das wurde freundlicherweise akzeptiert.
Kfz-Versicherung wird an der Grenze abgeschlossen

Treibstoffversorgung:
Bis weit südlich vom Orumiyeh-See keine Chance Diesel zu tanken. Meistens gab es keinen oder wir bekamen keinen. Ich hatte mir sicherheitshalber in Orumiyeh bei der staatl. Ölgesellschaft eine Permission besorgt, aber wenn die Tanks leer sind... Später, wo es Diesel gab, brauchte ich sie nicht. Weiter im Süden wurde es besser. Für 300-400 km sollte man dann aber immer Sprit dabei haben. Reservetanks wurden nur einmal gefüllt (Poldasht), ansonsten abgelehnt. In kleinen Ortschaften waren die Chancen am besten. LKW-Schlangen von bis zu 2 km keine Seltenheit. Die Trucker haben mich immer vorgelassen. Ein Liter Diesel kostete ca. 1,5 Euro-Cent. Für knapp einen Euro war der Tank wieder voll!
Für Benzin brauchte man Bezugsscheine. Auch Benzin war sehr knapp. Wie Touristen an diese Bezugsscheine kommen, entzieht sich meiner Kenntnis. Seit dem 1. Juli wurde das Benzin verteuert und rationiert. Ein KFZ-Halter bekommt nur 100 Liter pro Monat. Es wurde deswegen demonstriert und 9 Demonstranten öffentlich aufgehängt.
Die gesamte Treibstoffsituation hat sich ab Mai drastisch verschlechtert.
Auf der Rückfahrt hörte die Spritversorgung kurz vor Täbris auf. Lediglich in kleinen Orten wie Osku bei Täbris und Poldasht östl. Maku bekamen wir Diesel.
Die Türken haben sich auf der Rückfahrt für meine 120 L Diesel in den Zusatztanks interessiert, aber nichts gesagt.
Anmerkung: Der Iran kann etwa die Hälfte seines Eigenbedarfs an Treibstoffen selbst erzeugen. Der Rest wird importiert (vorher Export des Rohöls). So eine Information von Einheimischen.

Autofahren
So zivilisiert und angenehm die Menschen in Persien sind, so passt Ihre Fahrweise mit den PKW’s gar nicht zu ihrem sonstigen Verhalten. Nichts ist unmöglich! Ich empfand es schlimmer als in allen Mittelmeeranrainerstaaten. Wenn man nicht so flott wie bei uns und sehr umsichtig fährt, kommt man gut zu-recht.
Die Straßen sind in überraschend gutem Zustand und meist sehr breit. Allerdings hatten wir uns die Verkehrsdichte nicht so extrem vorgestellt.

Kontakte
Die Menschen sind ausgesprochen freundlich, hilfsbereit und zurückhaltend. In den Städten und gr. Ausgrabungen wurden wir stets gefragt woher wir kommen, wie uns ihr Land gefällt und oft auch was wir von ihrer Regierung halten. Wir wurden oft zusammen mit der Familie fotografiert.
Kam einmal ein Schäfer am Schlafplatz vorbei, so kam es in den seltensten Fällen vor, dass er zu uns kam uns begrüßte und wieder ging. Meistens liefen sie in gebührendem Abstand vorbei.
Insbesondere die Teheraner und da vor allem die Intellektuellen, machten keinen Hehl aus ihrer Verachtung über die derzeitige Regierung. Das manchmal derart, dass andere das hören konnten.

Religionsausübung
Überrascht hat uns folgendes: Der Muezzin war höchst selten zu hören und Menschen die in die Moschee strömten, haben wir auch nicht gesehen. Das mag auch z.T. daran liegen, dass die Iraner Schiiten sind. Dagegen waren die Heiligtümer im Land sehr gut besucht. Intellektuelle haben wir dort kaum gesehen.

Kleidung
Als Mann ist man rel. gut dran. Ich hatte immer eine lange schwarze Hose an, schwarze Schuhe und ein langärmliges Hemd (Ärmel hochgewickelt). Damit ist man sehr gut für alle Fälle gekleidet. Etwas lockerer geht auch.
Die Frau hat es da schwerer. Meine Frau hatte in Ermangelung dunkler Kleidung zuerst eine lange
ärmelige weiße Bluse, dunkle Hose, farbiges Kopftuch. Nach den Regeln war das korrekt, bloß passten die Farben nicht. Die Leute kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Im ersten Bazar kleidete sie sich vollkommen schwarz ein. Das brachte ihr die Anerkennung aller ein. In manche Heiligtümer kam sie so mit zusätzlichem Schaddor ohne Kontrolle hinein. Viele moderne Tehranerinnen waren zwar auch bunt gekleidet und nur ein Teil des Haares mit einem luftigen bunten Tuch bedeckt, aber wir wollten ja das ganze Land bereisen und da sind alle Frauen schwarz. Meine Frau trug ununterbrochen das Kopftuch, außer am Schlafplatz wenn wir alleine waren.
Interessante Begebenheiten: Gelegentlich trafen wir Leute in Gruppen. Als wir alle unter uns waren, sagten die Frauen: Hier ist eine islamfreie Zone, sie können das Kopftuch abnehmen.
Das galt auch für Einladungen in Häusern.

Die Frau in der Öffentlichkeit
Die Frau im öffentlichen Leben ist praktisch ohne erkennbare Bedeutung. D.h. Sie wird in der Regel (gebildetere Menschen verhalten sich da anders) nicht begrüßt (Mohammed pflegte Frauen nicht zu grüßen) und schwerlich bedient wenn sie einkaufen will. Einkaufen ist Männersache.

Schlafen
Das war eines unserer größten „Schwierigkeiten“. Unsere Strategie ist bei der Schlafplatzsuche: Weit weg von Menschen. Nicht weil wir sie nicht mögen oder Angst vor ihnen hätten, nein – wir wollen nur abends, wenn wir müde sind unsere Ruhe haben. Zudem kommt im Iran hinzu, das meine Frau wegen der Kleiderordnung nur weit ab von Menschen normal gekleidet den Abend genießen kann. Da wir nur im Auto schlafen, aber draußen leben, ist das schon wichtig.
Die Schlafplatzsuche führte immer zum Erfolg, auch wenn wir manchmal weit von der Straße bzw. Piste ins Land fahren mussten (max.40 km).

Hotels
In gr. Städten schliefen wir in Hotels. Im Durchschnitt kostete uns ein Doppelzimmer zw. 20-30 Dollar. Wir besuchten die Hotels vom Reiseführer. Hervorzuheben ist das Hotel Silk Road in Yazd wegen seiner ansprechenden Wüstenarchitektur und –ausstattung.

Rückzugsgebiete
Sogenannte Rückzugsgebiete in denen man einmal ausruhen kann oder für sich alleine ist, gibt es kaum. Auch die meisten Restaurants bieten diesen „Service“ nicht. Überall sind Menschen und die typ. Restaurants, die wir gesehen haben, laden nicht zum längeren Verweilen ein. Das Leben findet nicht in der Öf-fentlichkeit statt, sonder Zuhause hinter den Mauern und da oft auch ohne Kopftuch.

Geld
Entgegen allen Aussagen wurden US-Dollar gerne genommen, lieber als Euro. Wir hatten aber mit Euro keine Probleme, da wir keine Dollars hatten. Vereinzelt, aber wirklich sehr vereinzelt, konnte man mit Kreditkarte bezahlen. D.h. Auf keinen Fall den Gebrauch einer Kreditkarte einplanen.
Der Geldtausch in den Banken war meistens sehr umständlich und zeitaufwändig.
Die normalen Lebenshaltungskosten sind sehr niedrig.

Banda Abbas
Die Golfküste ist von den Temperaturen schon recht unerträglich. Den Vogel schießt Banda Abbas ab. Die gefühlte Temperatur lässt einem nicht lange ohne Klimaanlage ausharren.
Das Hotel Amin liegt nicht dort wo im Reiseführer beschrieben, sondern direkt am Meer ca. 300 m westl. vom Bootsanleger (Glasfassade).

Bam
Trotz der moralischen Bedenken, wie sie im Reiseführer genannt wurden (für die ich Verständnis habe), sind wir nach Bam gefahren. Zum einen wollten wir den Zustand der alten Stadt sehen und zum anderen wie der Aufbau voran geht.
Über die Sinnhaftigkeit des Aufbaus der alten Stadt möchte ich mich als kunsthistorisch Interessierter hier nicht äußern. Für weniger Interessierte lohnt sich ein Besuch wahrlich nicht.
Die Wiederaufbauarbeiten in der neuen Stadt gehen voran. Ob das nun schnell oder zögerlich vonstatten geht, vermag ich nicht zu beurteilen. Wir hatten nicht den Eindruck, das gar nichts passiert (wird gelegentlich behauptet). Unser Beitrag war der Kauf von einigen Packungen Datteln.

Mahan
Grabmahl nicht täglich geöffnet.

Archäologisches Staatsmuseum in Teheran
Eine herbe Enttäuschung war das archäologische Museum. Ein Land mit einer solchen Vergangenheit und solch einer Vielzahl von Kulturstätten präsentiert sich auf einer Etage mit einer denkbar kargen Sammlung.
Der Grund: Frühere Herrscher haben die Kunstschätze ihres eigenen Landes hauptsächlich an die westl. Welt verkauft. Wer nach Paris, London und New York fährt kann sie dort in den gr. Museen sehen.

Reiseführer: Iran; Reise Know How 2005
Reiseführer (nur Kultur): Iran; DuMont 2002

Iran Koordinaten
aufgenommen von 09.05. –19.07.2007 mit Garmin GPS IIplus im Format Grad, Minute, Sekunde.
Die Angabe der Koordinaten von Sehenswürdigkeiten etc., beziehen sich auf die Stelle, wo ich das Auto geparkt hatte („Parkplatz“). Die Sehenswürdigkeiten lagen dabei in nächst möglicher Nähe und sind damit hinreichend genau beschrieben (ein GPS war immer Auto montiert). Vom „Parkplatz“ aus war die Sehenswürdigkeit bereits zu sehen. Mittlerweile sind die Koordinaten gut über Google Earth zu beziehen, da es sich aber hier weitestgehend um Parkplätze handelt, kann das als zusätzlicher Vorteil angesehen werden.

Nord Ost Art Region Ort
38°54‘34“ 45°00‘32“ Abzweig nach Bazargan Ost Azerbaijan Qara Ziya Eddin
39°95’33,34“ 44°32’38,39“ Standplatz hinter Thaddäuskloster = Kloster Ost Azerbaijan Qara Kelisa
31°07‘22“ 53°16‘48“ Zypresse Yazd Abarkuh
32°39’17,32“ 51°40’06,74“ Abzweig Richtung Norden nach Kashan Esfahan Esfahan
32°38’59“ 51°35‘37“ Moschee der schwingenden Minarette, Parkplatz gegenüberliegende Straßenseite Esfahan Esfahan
34°47’11,87“ 48°31‘26“ Löwe Sang-e Shir, Parkplatz Hamadan Hamadan
34°47‘32,26“ 48°30’47,39“ Abu Ali Sina (Avicenna) Grabmal; Parkplatz Hamadan Hamadan
34°29‘57“ 47°47‘34“ Anahita Tempel; Parkplatz Kermanshah Kangavar
36°32‘20“ 50°12‘38“ Abzweig bei Brücke über Fluss Shah Rud Richtung Lammesar Qazvin ?
36°33’15;12“ 50°13’19,56“ Lammesar; Parkplatz Qazvin Bei Bahramabad
36°55’24,34“ 50°40’14,25“ Campingmöglichkeit bei Strandrestaurant Kasp. Meer Ramsar
30°17‘4,90“ 57°02’50,19“ Hotel Akhavan Kerman Kerman
30°02‘37“ 57°06’47,54“ Prinzen Garten; Parkplatz Mahan Jupar
34°27’26,47“ 45°51’36,57“ Lullubäer Relief (man erkennt nichts mehr) Kermanshah Sar-e Pol-e Zahab
36°38’24,75“ 48°25’58,69“ Abzweig nach Bijar Zanjan
37°23‘23,51“ 46°14’23,21“ Gonbad-e Kabud und „Der Runde Turm“ ; Parkplatz Täbris Marageh
37°22’56,34“ 46°14’12,71 Gonbad-e Ghaffariyeh; Parkplatz Täbris Marageh
37°22‘53“ 46°14‘22“ Gonbad-e Sorkh; Parkplatz Täbris Marageh
37°31’59,66“ 45°05’16,52“ Hotel Sahel; Parkplatz Ost Azerbaijan Ourumiyeh
37°39’15,09“ 45°02’53,19“ Tankstelle Ost Azerbaijan Ourumiyeh
37°52‘9,55“ 45°01‘1,64“ Tankstelle Ost Azerbaijan Ourumiyeh
35°22’30,54“ 47°00’29,55“ Abzweig nach Marivan Kermanshah Sanandaj
35°46‘17,71“ 53°43‘55“ Karawansereien und Restaurant Semnan Ahuan
29°36’20,53“ 52°33’40,05“ Visastelle; Parkplatz Shiraz Shiraz
29°36’26,84“ 52°33‘08 Stadtschlösschen „Bagh-e Narendjestan“. Shiraz Shiraz
29°38’07,21“ 52°33’43,10“ Koran Tor und Straße nach Persepolis Shiraz Shiraz
29°36’35,65“ 52°32’33,87“ Mausoleum Shah Cheraq Shiraz Shiraz
32°02’26,47“ 48°29’37,84“ Abzweig zum Choga Zanbil vor dem Fluss Rudkhaneh-ye Dez Dezful Shus
35°41’35,08 51°25’12,29“ Juwelen-Museum Teheran; Parkplatz Teheran Teheran
35°41’11,81“ 51°24’53,70“ National-Museum Teheran; Parkplatz Teheran Teheran
38°04’43,55“ 46°17’30,38“ Touristinformation; Parkplatz Täbris Täbris
31°54‘02,63“ 54°22’13,32“ Silk-Road Hotel; Parkplatz Yazd Yazd
31°49’32,16“ 54°21’33,44“ Türme des Schweigens; Parkplatz Yazd Yazd
 

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